Rosa Reloaded startet!

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Wir schreiben das Jahr 2013. Was Menschen Ende der 80er Jahre in Deutschland nicht für möglich gehalten hätten, ist eingetreten: Der gesellschaftliche Rollback auf allen Ebenen ist wahr geworden.

Der Equal Pay Day findet dieses Jahr am 21. März statt und macht damit deutlich:

Über 2,5 Monate haben Frauen im Durchschnitt kostenlos gearbeitet, obwohl sie die gleiche Arbeit wie Männer verrichten. Das ist im Vergleich zum letzten Jahr eine geringere Distanz, jedoch liegt Deutschland damit im internationalen Vergleich immer noch enorm weit oben.

Besonders im Bereich der Geschlechterpolitik werden mit dem Rollback Quoten gemacht und Auflagen erhöht.

In den Medien wird Sexismus, wie beispielsweise bei Günther Jauch, aufgegriffen, nur um alle Aktivist*Innen, Autor*Innen und Que(e)rdenker*Innen des 21. Jahrhunders lächerlich zu machen, ihre Kritik an den herrschenden Verhältnissen als überzogen darzustellen, zu verniedlichen und vor allem eines sicher zu stellen:

Ihr habt (hier nichts) verloren.

Das sehen wir anders. Seit dem Beginn der Weltwirtschaftskrise Ende 2007 / Anfang 2008 ist das Prinzip: TINA (there is no alternative) aus den Fugen geraten. Der so genannte soziale Frieden zwischen lohnabhängigen und besitzenden Schichten ist auch in vielen wohlhabenden Industriestaaten aufgebrochen. Zunächst hatten die Herrschenden auf die stürzenden Börsenkurse und den rasanten Werteverlust vor allem mit dem Anziehen der Daumenschrauben reagiert:

–         weltweit wurden Millionen von Menschen entlassen

–         Kündigungsschutz und Arbeiter*Innenrechte wurden abgeschafft

–         Schulen und Krankenhäuser geschlossen

–         Sozialmedizinische Dienste eingestellt

Die Liste der Angriffe von Oben ist erschreckend und lang und lässt einen kaum glauben, dass es irgendwann Mal in breiten gesellschaftlichen Schichten den Glauben gegeben hat, dass im Kapitalismus alle Probleme gelöst, Gleichstellung, politische und soziale Gerechtigkeit sich im Laufe des wachsenden Wohlstandes schon einstellen würden.

Der seit spätestens 2009 beginnende weltweite Widerstand erreichte 2011 neue Höhepunkte mit dem Sturz mehrerer Diktaturen und im Kampf für Arbeitsplätze, für sozialen Wohnraum, Demokratie und soziale Gerechtigkeit. Damit verbunden sahen wir international auch wieder Massenproteste gegen Sexismus, sexuelle Gewalt, Homophobie, Transphobie und für soziale und ökonomische Gleichstellung. Als in Griechenland Krankenhäuser schwangere Frauen wegschickten, weil diese keine 1000 Euro für Entbindungen zahlen konnten, als Berlusconi in Italien soziale Kürzungen besonders im Sozial- und Familienbereich ankündigte, als Hunderttausende gegen die Verharmlosung sexueller Übergriffe demonstrierten, wurde wieder deutlich, dass die ökonomischen Probleme nicht getrennt vom Kampf gegen Sexismus, Rassismus und für Gleichstellung und Akzeptanz auf allen Ebenen geführt werden können.

Die Autor*Innen von Rosareloaded.de sind teilweise seit kurzer Zeit, teilweise schon viele Jahre politisch aktiv im CWI und in der SAV. Unsere Ideen diskutieren wir in Gewerkschaften, der Partei die LINKE, kommunalen Parlamenten, politischen Bündnissen, in der Uni, der Schule oder dem Arbeitsplatz. Wir setzen uns für jede kleine und größere Verbesserung unserer Lebensbedingungen ein, wohl wissend, dass wir diese nur langfristig erhalten können, wenn wir auch für die Abschaffung des Kapitalismus eintreten. Wir streiten – auf der Straße und im Netz – für eine soziale, demokratische und gleichberechtigte Gesellschaft, in der auf jedes einzelne Bedürfnis jedes Menschen eingegangen wird und diese nicht entlang äußerer Merkmale, sexueller Vorlieben oder religiöser Ansichten eingeteilt, verurteilt und ausgebeutet werden.

Wir freuen uns auf Anregungen, (ernstgemeinte) Kritiken, Diskussionsbeiträge und neue Mitstreiter*Innen, im Netz, auf der Straße und dem CWI.