„Nein Jungs, das ist definitiv nicht die beste Werbung aller Zeiten!“

von Marianna Tsakiri, Xekinima

 

 

Dieses Bild wird in letzter Zeit ständig auf Facebook gepostet, mit dem Kommentar „Vielleicht die beste Gebrauchtwagen-Werbung aller Zeiten“.

Das Foto ist tatsächlich eine Werbung für Gebrauchtwagen, obwohl es nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist. Der Slogan lautet „Du weißt, dass du nicht der Erste bist, aber stört dich das wirklich?“

Viele werden sagen, dass wir uns unnötig aufregen, dass es nur ein Bild von einer Frau mit einem sehr schönen Körper sei, das Aufmerksamkeit schafft und dass es nicht so wichtig wäre. Aber wir regen uns auf, denn diese Werbung geht über den offensichtlichen Sexismus noch hinaus.

 

Frauenkörper werden oft in der Werbung verwendet und häufig mit einzelnen Teilen eines Autos oder einem Auto an sich verglichen. Willst du ein Auto mit abgerundeten Ecken, aber moden, mit weichen Sitzen, schnell und preiswert? Eine Frau mit sexy Unterwäsche, langen Haaren, roten Lippen und Highheels steht als Symbol zur Verfügung. Wie so oft wird einfach eine Frau als Objekt verwendet, die man sich aussuchen, kaufen und benutzen kann während sie versucht, deine hohen Erwartungen zu erfüllen.

 

Aber hier sehen wir ein weiteres Problem. Willst du sie wirklich haben, obwohl sie schon gebraucht ist? Normalerweise nicht, es sei denn sie hat den Körper eines Topmodels und du kannst wirklich nicht widerstehen! Heute kann man also Frauen mit Autos oder irgendwelchen anderen Geräten und Gegenständen gleichsetzen. Man will sie neu, man will dass noch niemand anders sie berührt hat, man will sie originalverpackt und mit Garantie, es sei denn es geht um etwas extrem teures oder tolles, bei dem Second Hand auch okay ist.

 

In diesem Fall ist die Frau eindeutig objektifiziert: Sie soll Freude geben, aber nichts nehmen, ihr Körper soll nur dem Einen zur Verfügung stehen, dem sie zum ersten Mal und komplett neu übergeben wird. Ihre eigenen Bedürfnisse, ihre Wünsche, ihr Bedürfnis ihre eigene Sexualität zu entdecken sollen nicht zählen, damit man sie nicht als Schlampe betrachtet. Es sei denn sie ist so schön wie die Models im Fernsehen, dann wird erwartet dass sie sich diesem Stereotyp entsprechend verhält und jedes „Angebot“ annimmt, weil ihr Ziel ist die Fantasien und Wünsche von Männern zu befriedigen.

 

Als Frauen wurden wir dazu erzogen, unsere Jungfräulichkeit für den idealen Mann und den idealen Moment aufzubewahren, selbst wenn das die Hochzeitsnacht bedeutet. Uns wird erzählt, dass wir nicht mehrere Sexualpartner haben sollen, und wenn wir doch mehrere haben sollen wir uns schämen und nicht darüber sprechen. Wir lernen dass es auch tabu ist Befriedigung einzufordern und unsere Sexualität zu verteidigen und dass sexuelle Befreiung uns „schmutzig“ macht.

Werbungen wie diese enthalten 3 Nachrichten: Erstens besondere Vorstellungen, wie eine Frau auszusehen hat; zweitens, dass eine Frau ein Objekt ist und schließlich unterstützt die Werbung all die Vorstellungen, die Männer von diesem „Objekt“ haben sollen.

 

Wir müssen darauf reagieren, damit solche Werbungen nicht mehr toleriert werden und damit Menschen etwas mehr nachdenken, bevor sie so ein Bild posten, das nicht nur „ein Paar hübsche Beine“ zeigt.