Meaning of „Rosa Reloaded“

rosareloaded_FB_profil In den letzten Jahren erleben wir in der Medien- und Produktindustrie, aber auch im politischen Mainstream einen „Rosa Reload“.

In diesem Sinne ist der Name des Blogs doppeldeutig: Wir nehmen die aktuellen Entwicklungen im Kapitalismus nach der weltweit tiefsten Wirtschaftskrise seit den 1930er Jahren als Rückschritt wahr: Linke, progressive und feministische Ideen sollen mehr denn je zurückgedrängt werden, um den möglichen Widerstand gehen anstehende Kürzungen und Entlassungen rosa zu übertünchen und politisch zu entwaffnen.

Wir lassen uns nicht entwaffnen! Neben unseren politischen Aktivitäten wollen wir alte und neue sozialistische und progressive Ideen zusammentragen und diskutieren.

Im März 2013 wird das „Barbiehaus“ in Berlin eröffnet, Spielwaren, Kleidung und mittlerweile sogar Lebensmittel werden in Jungen- und Mädchenprodukte unterteilt.

Rosa Rollenbilder sind zurück.

Und sie gehen einher mit einer Reihe von Erwartungen an die jungen Kund*Innen, denen sie ein künstliches, von Marktleitlinien geschaffenes Idealbild vom „Mädchen“ bis zur „Frau“ und „Mutter“ überstülpen. Neben den Macher*Innen dieser moralischen Vorgaben, die sich nach der Leitlinie Profitmaximierung richten, schreiten Schröder, Jauch und Kachelmann, begleitet von der katholischen Kirche.

Familienministerin Schröder und andere Menschen aus der herrschenden Clique profitieren vom Sexismus gegen Frauen, die auf keiner Karriereleiter stehen. Aber gerade sie riefen uns 2012 das neoliberale Dogma zu, dass wir „schon könnten, wenn wir uns nur richtig anstrengen! Jede*R ist schließlich ihres*seines Glückes Schmied*In“ (ob mit oder ohne legal erworbenen Doktor*Innentitel). Und das in Zeiten von Bachlorstudiengängen, Ausweitung von Dumping Jobs und unbezahlten Praktika.

2012 nutzte Kachelmann Vergewaltigungsmythen, um Schlagzeilen und Umsatz zu machen. Und gerade wenn wir denken, wir haben 2012 endlich überstanden und es kann nicht schlimmer werden, treffen wir auf Brüderle und Jauch. Dieser und andere verwendeten Jauchs Sendung zur Sexismusdebatte, um alle Menschen, die Ungerechtigkeiten und besonders älltäglichen Sexismus in der Gesellschaft anprangern, durch den Kakao zu ziehen und Sexismus zur Banalität zu erklären. Zur selben Zeit weigerten sich zwei Katholische Krankenhäuser in Köln die Pille danach bei Vergewaltigungen zu verschreiben.

Trotz der Zunahme von Sexismus und dem wenig hinterfragten Durchboxen herrschender Ideologien gab und gibt es unter uns eine Menge Rosas, die sich gegen die herrschenden Verhältnisse, gegen Rollenvorschreibungen und kapitalistische Ausbeutung zur Wehr setzen.

Ob Rosa Parks, die sich in den USA gegen die rassistischen Gesetze wehrte, die Menschen entlang der Hautfarbe benachteiligt(e) und die dieses Jahr 100 geworden wäre.

Oder ob Rosa Luxemburg, die unermüdlich bis zu ihrer Ermordung für eine sozialistische Demokratie und gegen die „Barbarei“ eintrat.

Oder ob Millionen anderer Menschen, die mit oder ohne Rosa für Gerechtigkeit, soziale und politische Gleichberechtigung kämpften und kämpfen.

Im Sinne Rosa Luxemburgs, haben wir uns und unserem Widerstand auf die Fahne geschrieben: „Ich war, ich bin, ich werde sein!“