Marxismus und Feminismus

Im Jahr 2007 verdiente nach einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung eine Frau in Deutschland bei gleicher Tätigkeit durchschnittlich 22 Prozent weniger Geld als ein männlicher Kollege. Konkret bedeutet dies, dass eine Bankkauffrau im Schnitt 716 Euro weniger in der Tasche hat, eine Köchin 360 Euro und eine Großhandelskauffrau 504 Euro, um nur einige Beispiele zu nennen.

von Tinette Schnatterer

Das liegt zum einen daran, dass Frauen nach wie vor die Hauptverantwortung für Kindererziehung tragen und dadurch „Lücken im Lebenslauf“ vorweisen, aber auch daran, dass nach wie vor eine Lohndiskriminierung stattfindet. Dazu kommt, dass Frauen überdurchschnittlich oft in schlecht bezahlten Berufen, Teilzeit und ungesicherten Beschäftigungsverhältnissen arbeiten.

In den Konzernspitzen sucht man Frauen dagegen, fast, vergeblich. Nur eine einzige Frau arbeitet derzeit im Vorstand eines Dax-Unternehmens, Bettina von Oesterreich vom Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate.

Und dies sind nur wenige Beispiele dafür, dass trotz enormer Fortschritte bei ihrer gesellschaftlichen Stellung, Frauen heute keineswegs gleichberechtigt sind.

Frauen sehen sich nach wie vor männlicher Gewalt ausgesetzt. Laut Amnesty International wird weltweit jede dritte Frau irgendwann in ihrem Leben Opfer von sexuellem Missbrauch. Und in einigen Ländern der Welt werden Frauen nach wie vor als Eigentum ihrer Männer behandelt und ihnen elementarste Rechte vorenthalten.

Die Frage, wie eine volle Gleichberechtigung und eine Gesellschaft ohne Sexismus erreicht werden kann ist deshalb hochaktuell.

Forderungen nach gleichen Rechten für Frauen werden seit Jahrhunderten laut, seit dem 19. Jahrhundert entstand eine Frauenbewegung die aktiv für ein Ende der Frauenunterdrückung eintrat.

Die bürgerliche Frauenbewegung forderte dabei vor allem das Wahlrecht, Bildungszugang für Frauen und später auch das Recht auf Berufstätigkeit. Die proletarische Frauenbewegung, die entstand, als mehr und mehr Frauen als Arbeiterinnen tätig wurden, führte zusätzlich auch den Kampf für die Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Lage der Arbeiterinnen. Sie sahen ihren Kampf als Teil der Arbeiterbewegung. SozialistInnen beteiligten sich von Beginn an am Aufbau der proletarischen Frauenbewegung und zeigten den Zusammenhang zwischen dem Kampf gegen die Unterdrückung der Frauen und dem Kampf für eine sozialistische Gesellschaft auf.

Entstehung der Frauenunterdrückung

Der Verdienst von Marxisten war es dabei zu erklären, dass die Grundlage für die Frauenunterdrückung eine ökonomische ist. In „Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates“ erklärte Engels schon 1884 dass die Unterdrückung der Frau mit der Entstehung des Privateigentums und der ersten Klassengesellschaft zusammenfällt. In den Urgesellschaften bestand zwar eine Arbeitsteilung (die zum Beispiel der Tatsache Rechnung trug, dass Frauen häufig schwanger waren) aber die Frau spielte eine gleichberechtigte Rolle in der Gesellschaft. Mit steigender Produktivität der Arbeit veränderte sich die Gesellschaft. Indem es möglich wurde mehr zu produzieren als zum eigenen Unterhalt nötig war, wurde es attraktiv Arbeitskräfte zu beschäftigten. Auf dieser Grundlage konnte Sklaverei und Privateigentum an Produktionsmitteln entstehen (anfangs durch Kriegsgefangene) und damit die erste Klassengesellschaft. Tierzucht, ein traditionell männlicher Bereich, hatte sich zur Haupteinnahmequelle entwickelt und führte dazu, dass sich ein erster Produktionsüberschuss in den Händen der Männer ansammelte. Diese wollten in der Folge sicher gehen, dass ihre Geräte und ihr sonstiger Besitz auch an ihre eigenen Kinder vererbt wurden. Um sich die Treue einer Frau zu sichern, musste diese an Haus und Herd gefesselt werden – die monogame Familie entstand und mit ihr die erste Form der Frauenunterdrückung.

Aufkommen der „Frauenfrage“

Genauso wie es eine ökonomische Umwälzung war, die die Frau dem Mann unterordnete, war es wieder eine wichtige Entwicklung der Wirtschaft, die die Frage der Gleichberechtigung auf die Tagesordnung setzte. Es hatte immer wieder Einzelne gegeben, die sich für eine Gleichberechtigung aussprachen, aber es ist kein Zufall dass gerade am Ende des 19. Jahrhunderts diese Forderung überall in Europa an Gewicht gewann. Engels schreibt im Zusammenhang mit der Entstehung der Unterdrückung bereits: “[…] die Hausarbeit der Frau verschwand jetzt neben der Erwerbsarbeit des Mannes; diese war alles, jene eine unbedeutende Beigabe. Hier zeigt sich schon, dass die Befreiung der Frau, ihre Gleichstellung mit dem Manne, eine Unmöglichkeit ist und bleibt, solange die Frau von der gesellschaftlichen produktiven Arbeit ausgeschlossen und auf die häusliche Privatarbeit beschränkt bleibt. Die Befreiung der Frau wird erst möglich, sobald diese auf großem, gesellschaftlichem Maßstab an der Produktion sich beteiligen kann […]“ Mit der Industrialisierung wurde die bisherige Rolle der Frau in der Familie über den Haufen geworfen. Über Jahrhunderte hatte sie hier neben Kindererziehung und Feldarbeit fast alle Dinge des täglichen Gebrauchs (Kleider, Lebensmittel, Kerzen…) hergestellt. Durch die maschinelle Produktion konnten alle diese Produkte jetzt sehr viel billiger hergestellt werden und die wirtschaftliche Tätigkeit der Frau in der Familie wurde Unsinn. Damit fiel ein großer Teil ihrer produktive Rolle in der Familie weg und sie war gezwungen, einen neuen Platz in der Gesellschaft einzunehmen. Die Frauen der Bourgeoisie widmeten sich folglich rein dem Vergnügen oder der Wohltätigkeit und spielten die „Rolle eines Luxusartikels“ wie Clara Zetkin, Sozialistin und wichtige Kämpferin für Frauenrechte schrieb. Gleichzeitig reichte im Mittelstand und in den besitzlosen Klassen das Einkommen der Männer nicht mehr aus, um eine ganze Familie zu ernähren. Viele Frauen des Mittelstands ergriffen Berufe wie Lehrerin oder Krankenschwester. Mit dieser Entwicklung hingen auch die aufkommenden Forderungen nach Bildungsmöglichkeiten zusammen. Clara Zetkin betont zu Recht, dass es nicht ein plötzlicher Wissensdrang war, der die bürgerliche Frauenbewegung animierte, sondern die veränderte wirtschaftliche Lage. Die besitzlosen Frauen hingegen wurden in die Industrie gedrängt, wo sie einen immer größeren Teil der Arbeiterklasse ausmachten.

Missbrauch als Lohndrückerinnen

Frauen und Kinder, die mehr und mehr gezwungen wurden in der entstehenden Industrie zu arbeiten, bekamen in der Regel deutlich niedrigere Löhne und wurden benutzt, um Löhne und Arbeitsbedingungen der Männer nach unten zu drücken. Oftmals wurde allein die Drohung Frauen einzustellen von den Arbeitgebern genutzt um Löhne niedrig zu halten, so ähnlich wie sie heute mit Abwanderung drohen. Dies hatte zum Teil zur Folge, dass Arbeiter und sogar ganze Gewerkschaften für das Verbot von Frauenarbeit eintraten. Allerdings mussten sie einsehen, dass das Rad der Geschichte nicht zurückzudrehen war und die einzige Chance darin bestand, gemeinsam für höhere Löhne und gegen die Ausbeutung zu kämpfen. SozialistInnen spielten von Anfang an eine wichtige Rolle dabei, für eine Organisierung der Frauen in der Arbeiterbewegung zu kämpfen und für die Verbesserung ihrer Arbeitssituation. Karl Marx verurteilte den kleinbürgerlichen Flügel der ersten Internationale, der sich für eine Beschränkung der Frauenarbeit aussprach, scharf und Clara Zetkin erklärte, die Frauenarbeit verbieten zu wollen sei genauso reaktionär wie die Forderung nach Wiedereinführung der Zünfte.

Mit der Erwerbstätigkeit außerhalb der Familie wurden Frauen in Grenzen wirtschaftlich unabhängig, aber die sozialen Rechte wurden ihnen vorenthalten. Zum Beispiel erreichten Frauen in Deutschland erst 1918, im Zuge der Novemberrevolution, das Wahlrecht (in vielen anderen Ländern deutlich später). Eine wichtige Folge war aber das steigende Selbstbewusstsein der Frauen und die Tatsache, dass gerade auch Frauen, als der am meisten unterdrückteste Teil der Arbeiterklasse, die Erfahrung machen konnten, dass ein Klassengegensatz zwischen ArbeiterInnen und Kapitalisten besteht. Frauen spielten von Anfang an eine entscheidende Rolle im Klassenkampf. Frauen standen seitdem nicht nur in jeder größeren Bewegung und Revolution an vorderster Front, es waren auch immer diese Aufschwünge im Klassenkampf, die die Forderungen nach Gleichberechtigung nach vorne brachten und Fortschritte für Frauen erzielten. Der allgemeine Aufschwung von sozialen Bewegungen und Klassenkämpfen mit dem Jahr 1968 führte zum Beispiel unter anderem zur Abschaffung der Leichtlohngruppen.

Bereits Zetkin wies darauf hin, dass Frauenrechte immer erkämpft werden mussten und auch die Festschreibung in Gesetzen keinesfalls ausreichend ist, solange die Produktionsverhältnisse der Gesellschaft nicht verändert werden:

„Mag man heute unsere gesamte Gesetzgebung dahin abändern, dass das weibliche Geschlecht rechtlich auf gleichen Fuß mit dem männlichen gestellt wird, so bleibt nichtsdestoweniger für die große Masse der Frauen […] die gesellschaftliche Versklavung in härtester Form weiter bestehen: ihre wirtschaftliche Abhängigkeit von ihren Ausbeutern.“, schrieb sie in der sozialistischen Frauenzeitung „Gleichheit“. Und leider hat sie damit Recht behalten. So beinhaltet das deutsche Recht bereits seit 1980 den Anspruch auf Entgeltgleichheit, das heißt gleichen Lohn für Frauen bei gleicher Tätigkeit, in der Realität sind wir davon aber weit entfernt.

Pariser Kommune

Bereits beim ersten Versuch einer junger Arbeiterklasse, die Gesellschaft in die eigenen Hände zu nehmen, der Pariser Kommune 1871, spielten Frauen und ihre Forderungen eine zentrale Rolle. Und auch wenn Marx und Engels von Anfang an warnten, dass die Pariser Arbeiterklasse noch nicht stark genug sein könnte um zu siegen, dienten die 72 Tage der Kommune als Modell für spätere Kämpfe. Zum ersten Mal erschienen massenweise Frauen auf der politischen Bühne, beteiligten sich aktiv am wirtschaftlichen Leben und dem revolutionären Kampf. Louise Michel (berühmte Kämpferin der Kommune) schreibt von 10.000 Frauen, die sich ab März für die Kommune engagierten. Die meisten von ihnen kamen aus den Arbeiterstadtteilen Paris.

Viele Frauenorganisationen und Gewerkschaften (vor allem der Näherinnen) entstanden, die als Hauptziel die Verteidigung der Kommune hatten und gleichzeitig für eine Verbesserung der Lage der arbeitenden Frauen eintraten. Häufig kämpften Männer und Frauen gemeinsam. So schreibt Louise Michel in ihren Memoiren:

„In Montmartre gab es zwei Wachclubs, den der Männer und den der Frauen…. Ich gehörte weiterhin zu beiden Komitees, in denen es auch die gleichen Tendenzen gab. Vielleicht wurden ihre Geschichten deshalb vermischt, weil man sich nicht mehr darum scherte zu welchem Geschlecht man gehörte um seine Aufgaben zu erledigen. Diese bescheuerte Frage hatte ausgedient“.

Am 11. April veröffentlichte die offizielle Zeitung der Kommune den Appell einer Gruppe von „Bürgerinnen der Kommune“ in dem es heißt: „Keine Pflichten ohne Rechte, keine Rechte ohne Pflichten. Wir wollen die Arbeit, aber wir wollen ihre Früchte auch behalten. Keine Ausbeuter mehr, keine Herren. Arbeit und Wohlergehen für Alle. Eine Regierung des Volkes durch es selbst […] Jede Ungleichheit und jeder Antagonismus zwischen den Geschlechtern bildet eine der Stützen für die Macht der herrschenden Klassen.“Und selbst in der kurzen Zeit der Kommune konnten einige Verbesserungen erreicht werden: eine weiterführende Schule für Mädchen wurde eröffnet und ein Frauenkomitee eingesetzt, das sich über die Bildung von Mädchen Gedanken machen sollte.

Marie Verdure und Félix und Elie Ducoudray verfassten einen Text über die Notwendigkeit Krippenplätze einzurichten und und betonten die Bedeutung von Hilfsmaßnahmen für nicht verheiratete Mütter, um diese vor der Prostitution zu bewahren, gegen die die Kommune kämpfte. Und auch während den verzweifelten Barrikadenkämpfen der letzten Tage der Kommune spielten Frauen eine wichtige Rolle. So verteidigten z.B. 120 Frauen die Barrikade am Platz Blanche, anschließend am Platz Pigalle. Nach stundenlangem Kampf mussten sie aufgeben, weil sie keine Munition mehr hatten. Viele der überlebenden Kämpferinnen wurden in den Wochen nach der Kommune unter dem Vorwand hingerichtet, sie hätten Häuser in Paris niedergebrannt.

Russland: Frauen nach der Oktoberrevolution

Nach der ersten erfolgreichen sozialistischen Revolution, 1917 in Russland, und vor der Entwicklung der stalinistischen Bürokratie wurden in Russland in Riesenschritten Maßnahmen zur Gleichstellung der Frau ergriffen, nachdem die Frauen bereits eine wichtige Rolle in der Revolution gespielt hatten. So waren es z.B. Demonstrationen zum Frauentag am 8. März die die Revolution letztendlich auslösten. Trotzki berichtet: „Die Frauen gehen mutiger auf die Offiziere zu als die Männer. Ergreifen ihre Gewehre, umlagern sie und befehlen beinahe „leg dein Bajonett nieder und komm auf unsere Seite“.“

Bereits sechs Wochen nach der Revolution wurde die kirchliche Ehe durch eine zivile Ehe ersetzt und weniger als ein Jahr später ein Ehegesetz verabschiedet, das die volle Gleichstellung der Frau in der Ehe garantierte, sowie von ehelichen und unehelichen Kindern. Mit dem Gesetz vom 19. Dezember 1917 wurde eine Scheidung ganz einfach: in gegenseitigem Einverständnis war die Scheidung sofort gültig. Wenn nur einer der beiden die Scheidung wollte, fand eine kurze Anhörung statt. Homosexualität wurde aus dem Strafgesetzbuch gestrichen.

Frauen erhielten das volle Wahlrecht und den gleichen rechtlichen Status wie Männer. Sie bekamen den gleichen Lohn und Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz wurden eingeführt, so zum Beispiel ein allgemeiner und bezahlter Mutterschaftsurlaub von 16 Wochen. Stillende Frauen mussten nicht mehr als vier Stunden am Tag arbeiten und jede Frau, egal ob verheiratet oder nicht, wurde bezahlt, damit ein Freund/eine Freundin frei nehmen konnte, um ihr nach der Geburt zu helfen. 1920 wurde Abtreibung legal und die Prostitution, die bekämpft wurde, verschwand in den ersten Jahren nach der Revolution fast vollständig.

Um die Frau von der Hausarbeit zu befreien, wurden in den Stadtteilen Kantinen, Wäschereien und Kindergärten errichtet. Alexandra Kollontai berichtet, dass 1920 etwa 90 Prozent der Bevölkerung Petrograds und 60 Prozent der Bevölkerung Moskaus regelmäßig in einer solchen Stadtteilkantine aßen. Dabei war es mit Gesetzen alleine aber bei weitem nicht getan, die Bolschewiki unternahmen große Anstrengungen Arbeiterinnen zu organisieren und zur Mitarbeit in den Räten zu gewinnen. Bildungskampagnen wurden organisiert, Teams von Frauen reisten in die entlegensten, ländlichen Gebiete mit Agitationszügen, -booten, und –zelten.

Lenin sagte dazu: „Im Laufe von zwei Jahren hat die Räterepublik in einem der rückschrittlichsten Länder Europas mehr getan um Frauen zu emanzipieren und ihren Status dem des „starken“ Geschlechts gleichzustellen als alle fortgeschrittenen, aufgeklärten, „demokratischen“ Republiken der Welt im Verlauf von 130 Jahren“.

Im November 1918 fand ein nationaler Frauenkongress mit 1147 Delegierten statt auf dem es unter anderem auch um sexistischen Sprachgebrauch ging und sexistische Bezeichnungen für Frauen gebannt wurden. Diese Fortschritte sind umso beeindruckender wenn man bedenkt wie rückschrittlich Russland vor der Revolution gewesen war und wie groß die wirtschaftlichen Probleme in der Zeit nach der Revolution waren (Russland befand sich zudem im Krieg). Sie geben deshalb nur eine kleine Ahnung, was nach einer Revolution in einem entwickelten kapitalistischen Land sofort möglich wäre. Mit der Entwicklung des Stalinismus, der Herrschaft einer abgehobenen Kaste von Partei- und Staatsbürokraten,wurden die meisten der Errungenschaften aber auch in diesem Bereich zurückgenommen. Trotzki beschreibt in seinem Buch „Die Verratene Revolution“ (1936) wie Prostitution wieder zunimmt, Abtreibung wieder illegal wird und Scheidungsgebühren eingeführt werden. Die Frau wird in die Mutterrolle gedrängt, die Familie idealisiert. Trotzki analysiert: „Das gebieterische Motiv für den heutigen Familienkult ist zweifelsohne das Bedürfnis der Bürokratie nach einer stabilen Hierarchie der gesellschaftlichen Beziehungen[…].“

Mit den Männern oder gegen sie?

In den 60er und 70er Jahren erfuhr die Frauenbewegung international einen neuen Höhepunkt, der auch als zweite Welle der Frauenbewegung bezeichnet wird. Unter dem Eindruck der ’68er Bewegung und der Bewegung gegen den Vietnamkrieg forderten vor allem Studentinnen das Recht über den eigenen Körper bestimmen zu können. Das Recht auf Abtreibung rückte dabei genauso in den Mittelpunkt wie das auf eine selbstbestimmte weibliche Sexualität.

Seit den 90ern wird, vor allem in den USA, von einer dritten Welle der Frauenbewegung gesprochen. Dabei gibt es unzählige verschiedene feministische Strömungen, die wiederum in viele Unterströmungen gegliedert sind. Vereinfacht gesagt sind das die Radikalfeministinnen, die tendenziell die Männer und männliche Interessen als Hauptverantwortliche für die Frauenunterdrückung betrachten, und auf der anderen Seite sozialistische bzw. marxistischeFrauenrechtlerinnen. Letztere beziehen sich in irgendeiner Form auf Marx und haben eine antikapitalistische Stoßrichtung.

Die Gemeinsamkeiten dieser beiden Hauptströmungen sind nur oberflächlicher Natur. Die tieferliegenden Unterschiede markieren auch heute die Trennung von bürgerlicher bzw. kleinbürgerlicher Frauenbewegung und proletarischer, sprich sozialistischer Frauenbewegung.

Eine, unter anderen von der Radikalfeministin Heidi Hartmann vertretene, Theorie besagt, dass das Patriarchat, also die Unterdrückung der Frauen durch die Männer ein eigenes Unterdrückungssystem sei, das unabhängig von der Klassenunterdrückung bestünde. Die Schlussfolgerung aus dieser These ist, mehr oder weniger weitgehend, dass alle Frauen ein gemeinsames Interesse gegen „die Männer“ haben, das sie auch nur gegen diese durchsetzen könnten.

Aus der Erkenntnis, dass die Frauenunterdrückung mit der Entstehung des Privateigentums und der Klassengesellschaft entstanden ist, haben MarxistInnen allerdings die Schlussfolgerung gezogen, dass sie auch nur durch die Abschaffung derselben überwunden werden kann.

In der ersten Ausgabe der sozialistischen Frauenzeitung „Gleichheit“ schrieb Clara Zetkin 1891: „Die Gleichheit […] geht von der Überzeugung aus, dass der letzte Grund der Jahrtausende alten niedrigen gesellschaftlichen Stellung des weiblichen Geschlechts nicht in der jeweils „von Männern gemachten“ Gesetzgebung, sondern in den durch wirtschaftliche Zustände bedingten Eigentumsverhältnisse zu suchen ist.“

Und das deckt sich auch mit der alltäglichen Erfahrung jeder Frau aus der Arbeiterklasse. Eine Beschäftigte, die bei Nokia um ihren Arbeitsplatz kämpft, oder eine Hartz-IV-Empfängerin hat tausendmal mehr gemeinsam mit ihren männlichen Kollegen als mit Angela Merkel oder mit Mary T. McDowell, der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden von Nokia. Und schließlich waren es weder damals noch heute die männlichen Beschäftigten die von der Frauenunterdrückung profitieren. Männer haben nichts davon, wenn Frauen weniger verdienen. In der Familie senkt es das zur Verfügung stehende Geld und insgesamt können Frauen so eingesetzt werden um allgemein die Löhne zu drücken. Bürgerliche Frauen hingegen leiden zwar auch unter Sexismus und fehlender Gleichberechtigung, aber profitieren gleichzeitig davon, dass ArbeiterInnen heute weniger verdienen.

Die These, alle Frauen hätten die gleichen Interessen, vermittelt hingegen den Eindruck, dass es keine Klassen in der Gesellschaft gäbe oder dass diese keine Rolle spielen würden und stützt damit die bestehenden Verhältnisse. Folglich lenkt sie von den brennenden sozialen Fragen ab, anstatt sie zu lösen. Clara Zetkin beschwerte sich 1893: „Die bürgerlichen Frauenrechtlerinnen verzeichnen gewissenhaft weltbewegende Tatsachen von der Art, dass eine berühmte Malerin ein Gemälde vollendet, eine Studentin den Doktorhut erworben habe, aber sie schwieg über den Kampf für oder wider den Militarismus.“

Von feministischer Seite wird Marx und MarxistInnen immer wieder vorgeworfen, er habe die Frauenunterdrückung nicht ernst genug genommen. Marta Gimenez schreibt dazu: „Feministinnen haben an Marx’ Analyse der Produktionsweise kritisiert, dass seine Kategorien geschlechtsblind seien; sie haben aber das Wesen dieser ‚Geschlechtsblindheit’ nicht verstanden. Die Produktions- und Klassenverhältnisse sind ‚geschlechtsblind’ weil ihr Wesen sich nicht verändert, wenn ihre TrägerInnen wechseln. Ob Kapitalisten männlich, weiblich, […] sind, ist bedeutungslos für die Funktionsweise des Kapitalismus.“

Natürlich muss der Tatsache dass Frauen doppelt ausgebeutet werden im Kampf gegen den Kapitalismus Rechnung getragen werden.

Und die Tatsache, dass er Teil des Kampfes gegen den Kapitalismus sein muss, bedeutet nicht, dass der Kampf gegen Sexismus und Frauenunterdrückung mit dem Kampf für eine andere Gesellschaft erledigt wäre. SozialistInnen haben immer auch den Kampf für spezielle Frauenforderungen hier und jetzt entschieden geführt. Ob gegen Gewalt gegen Frauen oder für gleiche Löhne – SozialistInnen standen immer in der vordersten Reihe der Kämpfe. Aber dieser Kampf muss von männlichen und weiblichen ArbeiterInnen und Jugendlichen gemeinsam geführt werden, um die Ursachen zu bekämpfem, die sowohl Armut, Ausbeutung, als auch Diskriminierung von Frauen hervor bringen.

Auch der Kampf gegen Vorurteile und Sexismus in den Reihen der Arbeiterklasse spielte immer eine wichtige Rolle. Denn, damit im Kapitalismus eine Minderheit ihre Herrschaft über eine Mehrheit sichern kann, ist sie darauf angewiesen, diese zu spalten. In Deutsche und Nichtdeutsche genauso wie in Männer und Frauen.

Medien sind deshalb dazu da, ein klassisches Frauen- und Männerbilder zu vertreten und die Spaltung so zu verfestigen. Männern soll vermittelt werden, dass sie eine privilegierte Stellung gegenüber der Frau genießen, die durch Gleichberechtigung gefährdet würde; Frauen sollen durch eine Untergrabung ihres Selbstbewusstseins oder Fixierung auf Familie, Aussehen etc. vom Kampf für ihre Rechte abgehalten werden.

Es ist die Aufgabe der Arbeiterbewegung, dagegen zu steuern und kompromisslos gegen Sexismus in den eigenen Reihen vorzugehen. Gerade in Bewegungen, in den Frauen und Männer Seite an Seite kämpfen, werden reaktionäre Frauenbilder am schnellsten und effektivsten über den Haufen geworfen.

Für Vergesellschaftung der Hausarbeit

Die Tatsache, dass Marx und Engels die Hausarbeit als „unproduktive Arbeit“ einstuften, hat ihnen bei einigen Feministinnen den Vorwurf eingebracht, sie würden selbige nicht wertschätzen bzw. die Doppelbelastung von berufstätigen Frauen unterschätzen. Ein Beispiel dafür ist die italienische Feministin Maria Rosa Dalla Costa, die deshalb alles daran setzt, diese These zu widerlegen und in der Folge versucht die Bedingungen der Lohnarbeit auf die Hausarbeit zu übertragen: sie fordert einen Hausfrauenlohn und sieht den Hausfrauenstreik als geeignetes Mittel. Dabei ist die Einstufung der Hausarbeit als unproduktiv weder eine moralische noch eine politische, sondern eine rein ökonomische. Marx unterscheidet zwischen Gebrauchs- und Tauschwert. Während Frauen in der Heimarbeit Gebrauchswerte schaffen (Essen, Wäsche, Ausbesserung von Kleidung etc.) werden diese unmittelbar konsumiert und gelangen nicht auf den kapitalistischen Markt. Wird ein Produkt zum Verkauf hergestellt, enthält es neben dem Gebrauchswert auch einen Tauschwert. Der Tauschwert ist derjenige, der die Ware in den kapitalistischen Produktionszusammenhang einordnet. Lohnarbeit ist dabei die Form, durch die eine Ware im Kapitalismus überhaupt einen Tauschwert erhält. Die Arbeitskraft wird als Ware verkauft. Aus diesem Grund ist Hausarbeit nur dann produktiv, das heißt im kapitalistischen Sinne wertschaffend, wenn sie als Dienstleistung außerhäusig erfolgt.

Unabhängig davon sind sich MarxistInnen aber der wichtigen Rolle, die diese Arbeit für die Gesellschaft spielt, bewusst. Nur wer gegessen hat, frische Wäsche angezogen hat und wessen Kinder betreut werden, kann vernünftig arbeiten. Wegen dieser Bedeutung und um Frauen von völlig ineffizient, weil individuell, zu erledigenden Hausarbeiten zu befreien, fordern MarxistInnen die Vergesellschaftung der Hausarbeit. Bebel schreibt dazu schon 1897:

„Nun liegt nichts näher, als mit der Zentralküche die Zentralwaschanstalt und entsprechende Trockenvorrichtungen – wie solche bereits in allen größeren Städten von reichen Privaten oder Spekulanten errichtet sind und sich vortrefflich bewähren – für den allgemeinen Gebrauch einzurichten, ferner mit der Zentralküche die Zentralfeuerung, neben der Kaltwasser- die Warmwasserleitung einzurichten, und eine Menge lästiger und zeitraubender Arbeiten sind beseitigt.“

Reiche Familien entledigen sich bereits heute viele dieser Arbeiten, indem sie sich die Wohnung putzen, die Wäsche bügeln, die Kinder betreuen lassen und in Restaurants speisen, wenn ihnen nicht nach Kochen zumute ist. In Schweden wurde aus diesem Grund gerade Steuervergünstigungen bei der Einstellung von Hausangestellten von bis zu 5500 Euro beschlossen. Nur, wer erledigt die Dreckswäsche in den Familien von diesen, zumeist weiblichen, Hausangestellten? Im Sozialismus hätten alle die Möglichkeit auf Stadtteilkantinen, Wäschereien etc. zurückzugreifen.

Und die Kindererziehung? Ist die nicht ein Grund, dass Frauen sowieso zu Hause bleiben müssen? Die Ankündigung der Familienministerin für jedes dritte Kind einen Krippenplatz zu schaffen, hat einige Reaktionen hervorgerufen die genau das fordern. Nicht nur die Kirche meint, der Platz der Mütter sei bei ihren Kindern zu Hause, auch die stellvertretende Vorsitzende der saarländischen LINKEN Christa Müller, die bereits vor ein paar Monaten mit ihren reaktionären Vorstellungen über die Rolle der Mütter aufgefallen ist, hat gerade ein neues Buch veröffentlicht: „Dein Kind will Dich“.

Warum allerdings sollte die Mutter, von Natur aus, alle Bedürfnisse eines Kindes am Besten erfüllen? Bebel schreibt dazu:

„Die Berufung auf den Naturberuf der Frau, wonach sie Haushälterin und Kinderwärterin sein soll, ist ebenso sinnreich als die Berufung darauf, dass es ewig Könige geben müsse, weil, solange es eine Geschichte gebe, es irgendwo solche gab.“

Wer es sich leisten kann, stellt heute schon eine ganze Reihe von „Spezialisten“ ein, die das Kind betreuen sollen. Ob musikalische Früherziehung, Babyschwimmen, Kinderturnen, Bastelgruppe, Fremdsprachen… oder auch der simple Babysitter. Ein Heer von ErzieherInnen über die eine Minderheit von Müttern verfügt. Für die Mehrheit der Mütter sieht die Realität anders aus: sie müssen die Möglichkeit der Kinderbetreuung nehmen, die die billigste ist oder die einzig verfügbare und können sich nur selten einen Babysitter leisten oder sind froh, wenn sie die Mitgliedschaft in einem Sportverein für ihr Kind finanzieren können. Dabei wird im Zuge von Studien, wie der Pisastudie, immer wieder darauf hingewiesen wie entscheidend die Förderung von Kleinkindern ist.

„Permanente Revolution im Persönlichen?“

Eine zweite wichtige Entwicklung in der feministischen Theorie ist die Hinwendung zum Persönlichen. Über Selbsterfahrungsgruppen, die in der zweiten Welle der Frauenbewegung aufkamen, sollten sexistische Alltagserfahrungen thematisiert und das Selbstbewusstsein der Frauen gehoben werden. Solche Gruppen können zwar dabei helfen, Frauen deutlich zu machen, dass sie nicht alleine mit ihren Problemen dastehen. Allerdings wird es nicht das Mittel sein, um größere Teile der weiblichen Arbeiterklasse zu organisieren, die ihre Zeit zwischen einem stressigen Job, Haushalt und eventuell Kindern aufteilen müssen. Problematischerweise ersetzte dieser persönliche Ansatz auch immer häufiger einen kollektiven Kampf. So beschreibt Sheila Rowbotham die selbst Vertreterin der autonomen Frauenbewegung ist:

„Selbsterfahrung kann einen übergroßen Druck auf Frauen ausüben, sich durch Willenskraft allein zu verändern. Individuell ein befreites Leben zu führen, anstatt eine Bewegung zur Befeiung aller Frauen zu werden, kann zum Hauptanliegen feministischer Politik werden.“

Frigga Haug (Feministin, Mitglied der Linken) geht noch weiter indem sie die „permanente Revolution im Persönlichen“ ausruft und damit den kollektiven Kampf in den Hintergrund rückt.

Aufgaben der Arbeiterbewegung

Die Schwächung der Arbeiterbewegung und von sozialistischem Bewusstsein in der Arbeiterklasse nach dem Zusammenbruch des Stalinismus und der kapitalistischen Restauration in den ehemals nicht-kapitalistischen, stalinistischen Staaten hat auch einen Rückgang im Bewusstsein über Frauendiskriminierung zur Folge gehabt. Gleichberechtigung wird wahlweise als schon erreicht oder als Irrtum bezeichnet. Mancher spricht deshalb gar vom „Postfeminismus“.

Dadurch ist es einfacher geworden, reaktionäre Positionen in der Öffentlichkeit zu vertreten, ohne dass es große Proteste gibt. Roland Koch sagte vor kurzem gegenüber der Zeitschrift Vanity Fair: „Politik ist frauenfeindlich“. Damit kritisierte er aber nicht die aktuelle politische Landschaft, sondern meinte: Politik und Frauen, das passt nicht zusammen.

Frauen wie die ehemalige Tagesschausprecherin Eva Herman können ihr reaktionäres Frauenbild in den Medien vertreten. Und parallel dazu ergreift ein wahnwitziges Schönheitsideal, vertreten durch Medien und Werbung, schon immer jüngere Mädchen.

Dazu kommt, dass die Auswirkungen der neoliberalen Angriffe wie der Agenda 2010 Frauen besonders hart treffen. Und auch von den Auswirkungen einer kommenden Wirtschaftskrise werden diese am schlimmsten betroffen sein.

Und eine zunehmende Frauenarmut führt zu immer mehr Prostitution. So schreibt Spiegel online:

„Die französische Studentengewerkschaft SUD hat im Jahr 2006 geschätzt, dass sich von den insgesamt 2,2 Millionen Studenten in Frankreich etwa 40.000 prostituieren, die französische Polizei geht immerhin von bis zu 20.000 aus.

Auch in England ist das Thema bekannt: Eine Studie der Universität im englischen Kingston ist zum Ergebnis gekommen, dass zwischen 2000 und 2006 die Zahl der Studenten, die mit Prostitution oder Jobs in der Sexindustrie ihre Studiengebühren finanzieren, um 50 Prozent gestiegen ist.“

In den letzten Jahren war es unter anderem auch das Fehlen einer Arbeiterpartei, das es ermöglicht hat, dass wichtige Forderungen und Standpunkte der Frauenbewegung in Vergessenheit geraten sind. Gleichzeitig gibt es auch weniger betriebliche und gewerkschaftliche Strukturen als noch in den 70er Jahren, was auch Gremien wie Ortsfrauenausschüsse der Gewerkschaften betrifft. Der Wiederaufbau einer starken Frauenbewegung wird auch in Zukunft nicht isoliert stattfinden, sondern ist Bestandteil vom Wiederaufbau der Arbeiterbewegung.

Auf der politischen Ebene wird die Partei DIE LINKE hierbei in den nächsten Jahren der wichtigste Bezugspunkt sein. Diese fordert in den Programmatischen Eckpunkten „gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit, bedarfsdeckender Ausbau von Ganztagseinrichtungen zur Kinderbetreuung“. Und weiter: „Die Trennung in männliche und weibliche soziale Rollen, die strukturelle Diskriminierung des weiblichen Geschlechts müssen aufgehoben werden“.

Um tatsächlich Frauen zu organisieren und einen Beitrag dazu zu leisten, dass der Kampf gegen die Rücknahme von Errungenschaften und gegen die Frauenunterdrückung geführt wird, reicht es aber nicht, solche Aussagen im Programm stehen zu haben.

Gegenwärtig wählen viele DIE LINKE, aber sind nicht bereit in ihr aktiv zu werden, besonders Frauen. Um das zu ändern, muss die Partei die speziellen Probleme von Frauen aufgreifen und vor allem muss sie beweisen, dass sie bereit ist wirklich gegen Sozialabbau und Arbeitsplatzabbau zu kämpfen. Nur eine aktive Partei, die eine Hilfe in Bewegungen und Streiks ist, wird Frauen überzeugen sich in ihr zu organisieren. Ebenso wichtig ist aber auch, dass in der Partei eine Atmosphäre besteht, die für Frauen einladend ist und in der sie keinem chauvinistischen Verhalten ausgesetzt sind. Maßnahmen wie Kinderbetreuung bei Versammlungen sind ebenfalls nötig, um Müttern die Möglichkeit zu geben, sich in die politischen Aktivitäten einzubringen.

Frauen sind oft der kämpferischste Teil in Bewegungen. Ob in der Antikriegsbewegung oder in Arbeitskämpfen sind es oft Frauen, die am entschlossensten kämpfen und die radikalsten Schlussfolgerungen ziehen.

Die SAV tritt innerhalb der Gewerkschaften, Bewegungen und der Partei DIE LINKE dafür ein, dass der Kampf gegen neoliberale Politik mit dem Kampf gegen Frauenunterdrückung verbunden wird und dafür ein gemeinsamer Kampf von Arbeitern und Arbeiterinnen nötig ist. Gleichzeitig vertreten wir die Haltung, dass dieses Ziel nur mit dem Sturz des Kapitalismus vollständig erreicht werden kann.

Die Verbindung vom Kampf gegen Sexismus und Frauenunterdrückung mit dem Kampf für eine sozialistische Gesellschaft ist doppelt wichtig. Weil es die einzige Chance ist eine wirklich gleichberechtigte Gesellschaft zu erreichen und „Die Erfahrung von allen Befreiungsbewegungen hat gezeigt dass der Erfolg einer Revolution davon abhängt wie weit Frauen daran teilnehmen.“ (Lenin, 1918)