Die Saat der Ungleichheit

On the Origins of Gender Roles: Women and the Plough von Alberto Alesina, Paolo Giuliano und Nathan Nunn, Institute for the Study of Labor, 2011 Rezension von Claire Laker-Mansfield Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus. Wir sind einfach unterschiedlich gestrickt. Frauen sind von Natur aus fürsorglich und emotional und am Besten für das Austragen und die Erziehung von Kindern oder für die Versorgung der Kranken und Alten geeignet. Männer sind dominant und denken logisch, sie sollten sich aufs Geldverdienen konzentrieren. Männer haben eine natürliche Neigung zur Führung, deshalb dominieren sie in Politik und Wirtschaft. Geschlechterrollen sind unerschütterlich und

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“Entscheidungsfreiheit”?

Am 26. Juni 1992 wurde das “Gesetz zum Schutz des vorgeburtlichen/werdenden Lebens, zur Förderung einer kinderfreundlicheren Gesellschaft, für Hilfen im Schwangerschaftskonflikt und zur Regelung des Schwangerschaftsabbruchs” – kurz Schwangeren- und Familienhilfegesetz – verabschiedet. Die Fristenregelung mit Beratungspflicht wurde der medizinischen sowie kriminologischen Indikation hinzugefügt – Schwangerschaftsabbrüche, die aus sozialen oder persönlichen Gründen durchgeführt wurden, wurden für straffrei erklärt. von Nica Markin, Berlin Es dauerte zwei Jahre, bis im Einigungsvertrag nach der Wende eine Regelung gefunden werden konnte, die zwischen den sehr unterschiedlichen Gesetzeslagen der 2 Länder einen Kompromiss fand. Bis die endgültige Einigung vollzogen wurde, galt das DDR Gesetz “über

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Clara Zetkin: Vorkämpferin der proletarischen Frauenbewegung

Heute vor 80 Jahren starb Clara Zetkin. Sie trug entscheidend zum Aufbau der sozialistischen und (nach dem Ersten Weltkrieg) kommunistischen Frauenbewegung in Deutschland und international bei. Der Internationale Frauentag am 8. März geht auf ihre Initiative zurück.von Wolfram Klein Ihr Vater, Gottfried Eisner, war Sohn eines Tagelöhners und hatte es schon mit 16 zum Dorflehrer von Wiederau gebracht. Das hieß damals, hundert in einem Raum zusammengepferchten Kindern Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen. Er war ein gläubiger protestantischer Christ, der versuchte, durch persönliche Mildtätigkeit die Welt zu verbessern. In zweiter Ehe hatte er Josephine Vitale geheiratet, deren Vater Jean Dominique durch

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Zwischen Revolution und Konterrevolution – Zur Geschichte der Frauenbewegung

von Laura Rafetseder, Wien Die Idee für einen kämpferischen „Frauentag“ der Arbeiterinnen stammt aus den USA. Verschiedene Ereignisse, die am 8. März stattfanden, verliehen diesem Tag für die dortigen ArbeiterInnen eine besondere Bedeutung. So traten 1909 in New York 20.000 Textilarbeiterinnen in den Streik. Nach zwei Monaten harter Auseinandersetzung und Tausenden Verhaftungen konnten sie ihre Forderungen durchsetzen. Am letzten Februar-Sonntag des selben Jahres veranstalteten US-amerikanische SozialistInnen zum ersten Mal einen landesweiten Frauen-Aktionstag für Wahlrecht und Sozialismus.Diese Idee wurde von den bekannten deutschen Sozialistinnen Clara Zetkin und Käte Duncker aufgegriffen. Auf ihre Initiative hin wurde auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz

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Streik für “Brot und Rosen”

Im Januar 1912 traten tausende TextilarbeiterInnen in einen unbefristeten Streik, um gegen Lohnkürzungen und für ein besseres Leben zu kämpfen. Lawrence war eine kleine Stadt im Staate Massachusetts, der Namensgeber der Stadt war ein reicher und einflussreicher Industriekapitalist und Kongressabgeordneter, der damals mit einigen anderen Kapitalisten Textilfabriken errichtete. Es gab einen enormen Zustrom von MigrantInnen in die ganze USA, in Lawrence war der Anteil an MigrantInnen am höchsten. Sie kamen in die USA voller optimistischer Illusionen über ein besseres Leben, flüchteten vor Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit. Doch das Leben in Lawrence sah nicht besser aus. Die Arbeitsbedingungen und Löhne in den

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