Buchtip: „Rosie und die Suffragetten“

Rosie-und-die-Suffragettenvon Torsten Sting

Das Buch spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die junge Arbeiterin Rosie verschlägt es von der nordenglischen Provinz in die Weltmetropole London. Durch Zufall landet sie als Haushaltshilfe bei der führenden, bürgerlichen Feministin Emmeline Pankhurst. Hier erlebt sie hautnah deren Kampf um das Frauenwahlrecht.

Das Buch schildert packend die damaligen, harten Lebensumstände der lohnabhängigen Menschen im Allgemeinen und jene der Frauen im Besonderen. Man bekommt einen guten Einblick in den Kampf der Frauen um das Wahlrecht. Immer wieder wird mit Demonstrationen, Petitionen und Gesprächen mit männlichen Regierungsvertretern versucht das Ziel zu erreichen. Mit immer neuen Tricks verhindern dies die Herrschenden.

Eine Radikalisierung ist die Folge. Mittels militanter Aktionen (die sich aber nie gegen Menschen richten) und Hungerstreiks versucht die Bewegung zum Erfolg zu kommen. Das Establishment bleibt hart. Die Brutalität der Polizei nimmt zu, Menschen werden getötet.

Einfach aber gut, kommt immer wieder die Klassenspaltung der Gesellschaft, als auch der Frauenbewegung, zum Tragen. Emmeline Pankhorst und der bürgerliche Teil der Bewegung tritt nur für das Wahlrecht der bürgerlichen Frauen ein. Dieser Fakt und die undemokratischen Methoden deren Organisation, stoßen junge Arbeiterinnen zum proletarischen Teil der Bewegung, die von einer Tochter von Emmeline Pankhurst, Sylvia, geleitet wird. Garniert wird die Geschichte mit der Liebe Rosies zu einer Frau und einem Hafenarbeiter.

Alles in allem ein richtig gutes Buch, dem es gelingt Geschichte packend zu erzählen. Gerade angesichts der letzten Wochen motiviert es auch oder gerade heute, entschlossen gegen Sexismus und für wirkliche Gleichberechtigung zu kämpfen. Passend zum aktuellen Fim („Suffraggette – Taten statt Worte“), kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen. („Rosie und die Suffragetten“ von Katharina Müller, Querverlag)

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